Horeca Supplies
Rechtliche Anforderungen & Normen Stand: 2026-10-05

EU-Konformität und Zertifizierungsanforderungen für Gastronomiebedarf aus China

Beim Import von Hotelbedarf aus China und Gastronomieausstattung in die Europäische Union haftet der Importeur rechtlich als Inverkehrbringer für die Einhaltung aller EU-Richtlinien. Dies umfasst Lebensmittelkontaktprüfungen nach Verordnung (EG) 1935/2004, elektrische Sicherheit gemäß Niederspannungsrichtlinie, Brandschutzprüfungen nach EN 1021 sowie die korrekte Deklaration von Antidumpingzöllen auf Keramikgeschirr.

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Verantwortung des Importeurs im EU-Binnenmarkt

Wer Waren aus Drittländern in die Europäische Union einführt, gilt rechtlich als Hersteller. Bei Kontrollen durch Marktüberwachungsbehörden oder bei Schadensfällen haftet das importierende Unternehmen unmittelbar. Werkszertifikate unbenannter chinesischer Prüfstellen genügen europäischen Anforderungen in der Regel nicht.

Alle Prüfberichte müssen von akkreditierten Prüfinstituten wie SGS, TÜV, Intertek oder Eurofins stammen und dürfen sich ausschließlich auf die konkret gelieferte Charge beziehen.

ProduktbereichEU-RechtsrahmenErforderliche NachweiseZoll- & Marktüberwachungsfokus
Porzellan & Geschirr Verordnung (EG) 1935/2004, 2023/2006 Konformitätserklärung, Migrationsprüfberichte (Blei/Cadmium) Freisetzung von Schwermetallen, Antidumpingzölle
Gewerbeküchengeräte 2014/35/EU (LVD), 2014/30/EU (EMC) CE-Konformitätserklärung, technische Konstruktionsakte Elektrische Sicherheit, Erdungsprüfung, Funkentstörung
Objektmöbel & Polster EN 1021-1 & 2, EN 16139 (Objektbereich) Prüfzeugnisse akkreditierter Labore zu Entflammbarkeit & Statik Schwerentflammbarkeit von Schaumstoff & Bezugsstoff
Hoteltextilien REACH-Verordnung (EG) 1907/2006, OEKO-TEX Schadstoffprüfberichte (Azo-Farbstoffe, Formaldehyd) Freiheit von verbotenen chemischen Substanzen

Lebensmittelkontakt (MOCA) und Antidumping auf Keramik

Sämtliche Gegenstände, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, unterliegen der Rahmenverordnung (EG) 1935/2004. Für Keramik gelten strenge Grenzwerte für die Freisetzung von Blei und Cadmium. Eine lückenlose Konformitätserklärung (Declaration of Compliance) muss vor Zollabfertigung vorliegen.

Keramische Tisch- und Küchenartikel mit Ursprung in China unterliegen zudem definitiven EU-Antidumpingzöllen. Die Zollsätze variieren je nach Hersteller und TARIC-Warennummer zwischen 17,9 und 36,1 Prozent. Eine falsche Tarifierung führt zu empfindlichen Steuernachforderungen.

Brandschutznormen für Hotelzimmer und öffentliche Bereiche

Objektmöbel in Beherbergungsbetrieben müssen den europäischen Brandschutznormen EN 1021-1 (Glimmstängeltest) und EN 1021-2 (Gasflammentest) entsprechen. In Ländern wie Großbritannien gilt zusätzlich die strenge British Standard BS 5852 Crib 5.

Schaumstoffe und Bezugsstoffe müssen bereits im Werk mit feuerhemmenden Zusätzen ausgerüstet und vor Verpolsterung unabhängig zertifiziert werden.

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Häufig gestellte Fragen

Reichen die Standardzertifikate der chinesischen Fabrik für den EU-Zoll aus?

Nur selten. Viele Fabriken besitzen veraltete oder nicht akkreditierte Laborberichte. Wir lassen auftragsbezogene Prüfungen bei international anerkannten Instituten durchführen, um Beanstandungen beim Zoll auszuschließen.

Wer haftet, wenn ein importiertes Elektrogerät einen Brand verursacht?

Nach dem europäischen Produkthaftungsgesetz haftet das importierende Unternehmen vollumfänglich als Inverkehrbringer. Eine lückenlose technische Dokumentation und CE-Konformität ist daher gesetzliche Pflicht.

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